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Werke: Abschied - KeinTränen
Dieses "Unreim-Gedicht" (= ein sich nicht
reimendes Gedicht) schrieb
ich für einen Freund von mir, der schon lange mit Suizid und
selbstverletzendem Verhalten kämpft.
Zwar ist das Gedicht sehr anklagend und unfreundlich gehalten, mehr wie
ein Schlag ins Gesicht, doch es hat dennoch seine tröstende
Wirkung nicht verfehlt und auch jeder andere Leser, sollte zwischen die
Zeilen blicken und die Botschaft verstehen, die dahinter steht:
Verbitterung und Verlustschmerz. Die beinahe hassende Trauer eines
Hinterbliebenen, der die Grausamkeit von Leben und Tod durch diesen
Verlust mit einem Schlag verdeutlicht bekam.
So wütend die Worte klingen mögen, im Prinzip ist es
nichts weiter, als ein Hilfeschrei, als eine fassungslose Frage nach
dem Warum.
Abschied
- KeinTränen
Du sollst nicht glauben
Ich wüsste nicht, wohin du gegangen bist
Du sollst nicht denken
Ich hätte deine Tränen nicht gesehen
Du sollst nicht glauben
Ich hätte deine Schmerzensschreie nicht gehört
Du sollst nicht hoffen
Ich wüsste nicht, dass du an einem gebrochenen Herzen
gestorben bist
Du sollst nicht meinen
Ich wüsste nicht warum
Du sollst nicht denken
Du hast es nicht verdient
Du sollst nicht glauben
Du könntest Frieden finden
Du sollst nicht denken
Man würde dir verzeihen
Du sollst nicht glauben
Deine Taten verjähren
Du sollst nicht denken
Ich wüsste nicht, wohin du gegangen bist
Du sollst nicht glauben
Ich hätte dein Leid nicht gespürt
Du sollst nicht denken
Mich hat dein Tod nicht berührt
Du sollst nicht glauben
Die Zeit könnte alles heilen
Du sollst nicht denken
Du könntest alles vergessen
Du sollst nicht hoffen
Für deine Verbrechen gab es keine Zeugen
Du sollst nicht glauben
Ich wüsste nicht, wohin du gegangen bist
Du sollst nicht denken
Ich hätte deine Tränen nicht gesehen
Du sollst nicht glauben
Ich hätte deine Schmerzensschreie nicht gehört
Beklag dich nicht
Wenn du am eigenen Leib erfährst
Welchen furchtbaren Preis zahlt
Wer mit Gefühlen spielt
Rede dir nicht erst ein
Du hättest eine zweite Chance verdient
Und man wird für dich beten
Diesmal nicht
Du sollst nicht glauben
Dein Tod war sinnlos
Du sollst nicht denken
Du könntest dich befreien
Du sollst nicht hoffen
Deine Schuld ist beglichen
Brennen sollst du!
Du sollst nicht glauben
Dein Herz würde aufhören zu bluten
Du sollst nicht denken
Deine Liebe gibt dich frei
Du sollst nicht hoffen
Dass du sie jemals wiedersiehst
Brennen wirst du!
Und deine Asche
Ist die Schande, die dein Grab bedeckt
Für immer
Du sollst nicht glauben
Ich wüsste nicht, wohin du gegangen bist
Du sollst nicht denken
Ich hätte deine Tränen nicht gesehen
Du sollst nicht glauben
Ich hätte deine Schmerzensschreie je vergessen
© by Dusky DaVica
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