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Werke: Nachtfalter
Dieses achtversige Gedicht im Kreuzreim ist das
einzige doch recht romantische Gedicht von mir bisher. Zwar ist es
ebenfalls melancholisch geschrieben, erzählt an sich aber
etwas
recht schönes.
Der Jemand in dem Gedicht sieht einen wunderschönen
Nachtfalter an einem Baumstamm sitzen. Er hört dessen leises
"Wispern" im Abendwind und es versetzt ihn in sehnsüchtige
Träumerei.
Er möchte den Falter fangen, doch er entwischt ihm
graziös in die dunkle Nacht.
Nachtfalter
Was ist das für ein Wesen,
Das dort am Baume hängt?
Kannst die Welt von Flügeln lesen,
Die er still im Mondlicht schwenkt.
Warum er wohl so traurig schaut?
Das frag’ ich mich.
Warum spricht er keinen Laut?
Zittert nur ganz flehentlich.
Ein leichter Wind ihn schüttelt,
Über’s Haupt ihm streicht,
An seinem Schopfe rüttelt,
Doch er nicht vom Flecke weicht.
Er säuselt leise nur,
Ich kann ihn sprechen hör’n,
Als könne nicht Mensch und Natur,
Ihn bei seiner Rede stör’n.
Der Abendwinde geht,
Trägt unser Schweigen fort,
Solange er nur weht,
An einen weit entfernten Ort.
Das Wesen schüttelt die Schwingen,
Erhebt sich sachte in die Luft,
Und betört mit seinem Singen,
Mich wie ein süßer Duft.
Schlägt die Flügel auf und nieder,
Kann meine Hand nicht lassen,
Streift er meine Augenlider,
Doch bekam ihn nicht zu fassen.
Was war das für ein Tier,
Welches still und lebensfroh,
Mit gar wundervoller Zier,
Mir in die Nacht entfloh?
© by Dusky DaVica
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