Dunkelgeist

Werke: Prinz


Dieses achtversige Gedicht im Kreuzreim ist recht melancholisch, endet auch recht traurig, worum genau es aber handelt, vermag ich hier nicht recht zu beschreiben. Lest selbst und interpretiert.

Prinz

Hört den Schlag der Glocken,
Lauscht in das Flüstern der Nacht,
Fühlt Herz und Atem stocken,
Wenn er aus den Schatten lacht.

Die Augen funkeln glühend rot,
Die Haut gar bleich und kalt,
In seiner Brust trägt er den Tod,
Seine Macht ist groß und alt.

Er schreitet leisen Schrittes,
Durch die Ruinen meines Lebens,
Würdigt mein Elend keinen Blickes,
War denn all mein Leid vergebens?

Ich lief seinen Spuren nach,
Folgte ihm und griff nach seiner Hand,
Und rannte, bis ich zusammenbrach,
Sah ihm hinterher - verblutend im Sand.

Er zog ungerührt von dannen,
Ließ mich zurück im meinem Verdarb
Ich konnte nur flehen und bangen
Verflucht und verlassen, als ich starb.

So lauschte ich dem Wispern im Laub,
Konnt’ das Leben mich verlassen seh’n,
Spie es wie Blut in den Staub,
Und fühlte es zu Ende geh’n.

Da netzte ein Schatten mein Gesicht,
Spürte Schmerz und Kälte wieder,
Und meinen Geist zog es ins Licht,
Betäubt hob ich die Augenlider.

Hatte es kaum geschafft,
Da trübte sich mein Blick,
Und sprach zu ihm mit letzter Kraft:
"Mein Prinz, du bist zurück ..."

© by Dusky DaVica


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