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Werke: Wert
Das ist mein erstes Gedicht dieser Art wie ich
es schrieb, damals im Alter von 13 ungefähr. Ein
sechstrophiger Vier-Verser im Kreuzreim.
Die Sprache mag sehr altertümlich klingen, doch für
mich hat eine solche Ausdrucksweise gleich eine ganz andere Wirkung und
ein imposanteres Stimmungsfeld.
Auch dieses Werk ist getränkt mir melancholischer
"Dunkelromantik", wie ich es nenne, sprich: traurig, düster
und verloren formuliert, doch verträumt und verspielt im
Inneren. Man sollte also nicht alles wörtlich auffassen,
sondern vorallem zwischen den Versen lesen und jeden für sich
wirken lassen.
Dieses Gedicht handelt vom zu Ende gehen eines Herbsttages, dem
Einschlafen, dem Träumen und der Sehnsucht nach dem
nächsten Morgen. Das "Ich" ist in dem Fall ein Vogel.
Wert
Wenn ein geschmeidig’ Flügelschlag,
Mein Federkleid vom Wind umspielt,
Mich durch seine Arme tragen mag,
Der Blick stets wohl zu Boden zielt.
Des strahlend’ Nebels Schimmer,
Sich sanft in meinem Auge bricht,
Wenngleich es leuchtet nicht auf immer,
Das mir lieb’ rot-golden Abendlicht.
Denn wenn der letzte Schein zu Boden sinkt,
Des letzten Strahles Wärm’ versiegt,
Als bald der Nachtes Stimme klingt,
Mein Geist in schwarzen Tälern wiegt.
Eine kalte Nacht still auf mir liegt,
Wünscht sich doch mein Herze schwer,
Obgleich es auch die Sterne liebt,
Dass es wieder Morgen wär.
Und alsbald sich dann ein Schatten webt,
Ein kaltes Schloss um meinen Geist,
Fortan in einer dunklen Sphäre schwebt,
Um eine namenlose Sonne kreist.
Mein Herz gar stumm in Trauer schreit,
Gleichwohl auch jede Träne rinnt,
Und fließt sie auch den Rest der Zeit,
Kein Gedanke ihren Werte find’.
© by Dusky DaVica
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