|
|
Werke: Wintertod
Ein Gedicht, in dem ich erstmalig ausprobierte,
jeweils zwei immer wieder kehrende Reime einzubinden.
Das Gedicht ist unterteilt in neun Strophen à vier Versen,
gehalten im strengen Kreuzreim.
Es handelt von einem grausamen Mord. Ein junges Liebespaar, welches
sich bei
seinem Waldspaziergang auf einer verschneiten Lichtung niedergelassen
hat und nicht ahnt, dass jemand mit kaltblütigen,
mörderischen Absichten ihnen folgte und sie zuerst aus einem
sicheren Versteck heraus beobachtete, bevor er zu schlug. Die Leichen
der beiden werden im Schnee und Eis begraben und verborgen, bis der
Frühling das dunkle Geheimnis wieder preisgibt. Doch was dann
geschieht, darüber schweigt das Werk.
Wintertod
Die weiße Pracht bedeckt das Land,
Wo die Zeit in Tagen ruht,
Das Farbenmeer ist ausgebrannt,
Und in den Schnee fällt Blut.
Die Kälte treibt das Leben fort,
Die Sonne schläft im Eis,
Im Dunkel liegt der Schreckensort,
Und Spuren führen durch das Weiß.
Die Tränen frieren nimmer,
Leuchten in der Mondesglut,
Silbrig-sanfter Nebelschimmer,
Und in den Schnee fällt Blut.
Der Wind flüstert in den Bäumen.
Tanzt mit dem Schnee im Kreis,
Das Spiel verführt zum Träumen,
Und Spuren führen durch das Weiß.
Einst saßen sie dort nicht allein,
Und entfesselten die Höllenbrut,
Das Schicksal schläft im trüben Schein,
Und in den Schnee fällt Blut.
Ein Treueschwur sich zugesprochen,
Zwar vereint, doch groß der Preis,
Der Tod kommt aus dem Wald gekrochen,
Und Spuren führen durch das Weiß.
Er küsst die kalten Lippen,
Der Neider kocht vor Wut,
Vergessen sind die guten Sitten,
Und in den Schnee fällt Blut.
Versinkt das Licht im Boden,
Wird alles still und leis',
Rachedurst ist stumm verflogen,
Und Spuren führen durch das Weiß.
Die kalte Pracht erstickt den Morgen,
Der Schnee bedeckt den Tod,
Im Eis bleibt er verborgen,
Und in den Schnee fällt Blut.
© by Dusky DaVicka
- Zurück -
|