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Werke: Blutkuss
Diese Vampir-Kurzgeschichte trägt
eigentlich keinen Titel, doch für die Präsentation
hier, habe ich einmal den alternativen Titel "Blutkuss"
gewählt.
Die Geschichte ist aus der Sicht eines Mannes geschrieben, beinhaltet
also nur wieder ein rein episches Ich und beleuchtet vorallem kleine
Sinneseindrücke und Details in den Schilderungen.
Lest die Geschichte langsam und lasst Euch jedes Wort im Mund zergehen,
damit dieses Werk sein bestes Aroma entfalten kann.
Ich verfasste diese Geschichte im Jahr 2007 während meinem
zwei-tägigen Ausflugs mit der Theatergruppe meiner Schule, in
der ich tätig bin.
Blutkuss
Ich fühlte mich, als hätte es nur uns beide auf der
Welt gegeben. Ihre kalten unergründlichen Augen starrten mich
unaufhörlich an und es jagte mir die Gänsehaut
über den Leib. Ich war von ihr fasziniert, stand
völlig im Bann ihrer eisigen Schönheit, war hilflos,
konnte mich nicht rühren. Mein Puls jagte das Blut so
unbarmherzig durch meinen Kopf, dass es weh tat. Die Adern an meinen
Schläfen traten prall und pochend hervor, spannten die Haut
zum Zerreißen. Ab und zu streifte
ihr Blick gierig darüber, es war mir nicht entgangen. In mir
stieg die Angst wie ein loderndes Feuer immer weiter auf, trieb mir den
Schweiß auf die Stirn und ich registrierte, wie meine
Hände zitterten. Sie blieb reglos, schaute mich an und
strahlte eine bedrohliche Ruhe und nahezu spöttische
Gelassenheit aus, die meine Nervosität und Furcht nur
steigerte. Ich rutschte ein Stück nach hinten, presste meinen
Rücken fester an die kalte Wand und grub die
Fingernägel in die feuchte Erde. Sie legte den Kopf leicht
schief und ein Lächeln flatterte über ihre Lippen.
Ein spöttisches Lächeln voll grausamer Genugtuung,
schien mir. Ich hielt einen Moment den Atem an, war wie versteinert.
Dann beugte sie sich langsam herab; ihr zarter Körper schien
mir mit unfassbarer Geschmeidigkeit entgegen zu gleiten und ich keuchte
auf, als ihr kühler, geruchloser Atem mein Gesicht streifte.
Sie kniete sich vor mich, rückte immer näher an mich
heran und schon spürte ich ihre zierlichen, bleichen
Hände auf meinen Schultern. Ich zuckte zusammen, als
hätte ich einen elektrischen Schlag bekommen, doch ich wehrte
mich nicht. Ich war dazu nicht fähig, war geblendet von ihrer
Schönheit, von ihrem Zauber und starr vor Angst. Ihr
liebliches Gesicht berührte meine Wange, ich fühlte
die samtweiche, doch eiskalte Haut. Und sie senkte den Kopf, strich an
meinem Kiefer entlang, bis ihre Lippen meinen Hals berührten.
Ich wusste, was sie tun würde, noch ehe sie es tat und ich
wusste, dass es mein Ende sein würde. Was auch immer jetzt
geschehen würde, ich würde nie mehr das sein, was ich
zuvor war oder zu sein glaubte.
Deshalb fürchtete ich mich auch so, weil ich nicht wusste, was
genau passieren würde.
Würde sie mich töten? Oder
würde ich nochmal
davon kommen?
Ich wusste es nicht und dieses Warten auf das Unvermeidbare machte mich
total krank. Sie war jetzt ganz nah bei mir; so nah, dass ich ihr Herz
schlagen spürte; so nah, dass ihre Kälte alle
Wärme in mir zurückzudrängen schien. Ohne
dem bewusst zu sein, hatte ich meine Hand gehoben, sie berührt
und ihr schließlich den Arm um den Rücken gelegt.
Doch auch sie war nicht untätig geblieben. Mit der rechten
Hand fasste sie um meinen Nacken, zog mich so noch näher an
sich und ihr Blick traf den meinen. Ihre Augen waren tiefer und
unergründlicher als alles, was ich je gesehen hatte. Tiefer,
als schwarzes Wasser, dessen Grund niemand erkennen konnte.
Ich tauchte immer weiter in ihre Blicke ein, schien mich darin zu
verlieren, wie in einem Labyrinth oder in einer Wüste, war
völlig neben mir und wie gelähmt. Selbst wenn ich
mich auf nichts anderes konzentriert hätte, ich wäre
nicht einmal in der Lage gewesen auch nur den kleinen Finger zu
krümmen.
Das war’s ...! Sie hat schon gewonnen,
ich bin wehrlos!,
schoss es mir durch den Kopf und es versetzte mir einen schmerzhaften
Stich. Wie lange wir uns so ansahen, kann ich nicht sagen. Bestimmt
eine Ewigkeit lang, doch Zeit war plötzlich völlig
unwichtig geworden, total unnötig,
überflüssig, wertlos ...
Dann lächelte sie, diesmal allerdings freundlich, sanft, als
versuchte sie mich zu beruhigen. Ich schauderte, verwirrt von dieser
Geste. Ihre Lippen öffneten sich ein wenig und ich konnte die
strahlend weißen Zähne blitzen sehen, die in der
Dunkelheit leuchteten, heller noch, als ihre bleiche Haut. Und da
berührten sich unsere Gesichter und ihr zarter Mund
umschloß den meinen. Ein brennendes Kribbeln durchfuhr mich,
der süße Geschmack ihrer Lippen betörte
mich und ich musste kraftlos die Augen schließen,
überwältigt von diesem Gefühl. In mir
schrie alles auf, dieser Moment möge nie zu Ende gehen, doch
schon löste sie sich wieder von mir, streifte mit dem Finger
um meinen Mund und wandte sich erneut meinem Hals zu. Noch ganz
benommen registrierte ich kaum, wie sie auch dort entlang strich,
über meine Halsschlagader fuhr und sie flüchtig
küsste. Das Verlangen und die Qual, die ihr das zuckende
Pochen bereitete, war förmlich greifbar. Ich begann erneut zu
zittern, die Wucht der Angst kam in aller Stärke und
Intensität zurück. Die Angst vor dem Schmerz, vor dem
nahenden Tod. Gleichzeitig aber fühlte ich mich zu ihr
hingezogen, begehrte sie in ihrer lieblichen, schönen Gestalt,
sehnte mich unendlich nach ihrer Zärtlichkeit, nach ihrem
betörenden Geschmack und ergab mich ihr, selbst wenn ich es
mit dem Leben bezahlen würde. Sie war einfach zu bezaubernd.
Und was war denn schon ein mickriges Leben wie das meine? Mich
würde eh niemand vermissen.
Mir wurde ganz übel, die Hände nass und kalt.
Zitternd und verschreckt wie eine Maus, ekelte es mich regelrecht vor
mir selbst. Der überwältigende Duft ihres langen
Haares trübte mein Denkvermögen, zerstreute mein
Bewusstsein und ich war hin und her gerissen. Ich zuckte
angsterfüllt zusammen, als ich spürte, wie sich ihre
eisigen Lippen fest auf meine Haut pressten und sie so meine
Halsschlagader umschloß. Sofort kniff ich die Augen zusammen
und jeder Muskel meines Körpers krampfte sich panisch
zusammen. Mein Herz indes raste und pochte mir schmerzhaft gegen die
Rippen. Mein Atem ging schnell und unregelmäßig. Ich
erwartete den Schmerz und den darauf folgenden Tod, doch ich war noch
immer nicht fähig mich zur Wehr zu setzen. Es hätte
mir sowieso nichts genützt, ihre Umarmung schien trotz ihrer
Zartheit wie eine Eisenklammer, absolut unlösbar. Und dann
jagte ein stechender Schmerz durch mich, erzitterte bis in meine
Fingerspitzen und meiner Kehle entrann ein erstickter Aufschrei. Sie
grub ihre Zähne in mein zuckendes Fleisch, als würde
sie herzhaft in einen saftigen Apfel beißen. Sofort
schoß das Blut heraus, quoll über ihre Lippen und
ergoß sich pulsierend im Takt meines Herzschlages in ihren
Mund. In meiner panischen Verzweiflung versuchte ich, sie von mir zu
schieben, sie wegzustoßen, doch wie erwartet konnte ich
nichts ausrichten, ihr Griff war wie der einer Würgeschlange,
während sie gierig und in schnellen Zügen die warme,
hungerstillende Flüssigkeit aus meinem Hals sog. Es war ein
unbeschreibliches Gefühl, ein brennender Schmerz, der an
meinen Adern zerrte, mich stach und völlig lähmte und
doch war es ein schönes, beängstigendes
Gefühl, ein wohliger Schauer, der mich überkam und
mich betäubte. Ich stöhnte wie im Fieber, erblasste
und meine Lippen liefen bläulich an und bebten. Als ich die
Augen öffnete, verschwamm mein Blick und außer einem
schemenhaften Wirbel aus Formen und Farben konnte ich nichts erkennen.
Sie trank in großen Schlücken von mir und das Pochen
in meinen Adern breitete sich immer weiter aus, mein Kopf
dröhnte und ich war wie gelähmt. Gleichzeitig
fühlte ich mich immer schwächer werden, als
läge ich kurz davor einzuschlafen todmüde in einem
Bett. Mir wurde schwindelig. Das Blut rauschte in meinen Ohren und mein
Innerstes schien im Takt meines sterbenden Herzens zu kontrahieren. Sie
bewegte kurz ihre Zähne, ließ sie ein Stück
weit aus meinem Fleisch gleiten und übte einen leichten
Gegendruck aus, um die Wunde weiter zu öffnen. Inzwischen
strömte das Blut langsamer heraus und sie musste fester
saugen. Bei jeder Bewegung ihrer Zähne zuckte ich zusammen,
fühlte meinen Körper erneut von einem schmerzhaften
Stechen und einem kalten Schauer durchzuckt und sobald sie mein Zittern
und Beben fühlte, verstärkte sich ihre todbringende
Umarmung. Meine Finger ertaubten. Ich wurde immer schwächer,
alles drehte sich in meinem Kopf, mein Herzschlag verlangsamte sich und
klang immer weiter ab, ich keuchte kaum hörbar. In meinen
Gedanken begannen alte Erinnerungen zu spuken, schienen mich tiefer in
meine Trance zu zerren. Sie hielten mir mein Leben vor Augen, wie es
sich gehört, wenn man dem Tod ins Angesicht blickt. Doch noch
bevor ich meinen nahenden Tod überhaupt richtig realisiert
hatte, zuckte eine neue Welle des Schmerzes durch mich hindurch und ich
spürte, wie sie ihre Zähne zurückzog und mit
den Lippen von meiner Haut glitt. Mit der Zunge leckte sie ein
spärliches Blutrinnsel von meinem Hals. Ihr Griff lockerte
sich und sofort kippte mein Kopf kraft- und willenlos zur Seite. Ich
hing schlaff in ihren Armen, war zu keiner Bewegung mehr fähig
und atmete flach und röchelnd. Sie legte ihre Hand an meine
Wange und hob sanft meinen Kopf. Mir entging nicht, dass ihre Haut
jetzt warm und kräftiger gefärbt strahlte. Ich
öffnete schwach die Augen und obwohl sie so nah bei mir war,
sah ich sie gar nicht. Sah durch sie hindurch ins Leere, als
wäre sie nur eine Erscheinung aus Licht und Nebel, nicht fest,
nicht greifbar, flüchtig.
Doch ich spürte ihren durchbohrenden Blick, das leuchtende
Grün ihrer Katzenaugen, funkelnd wie Smaragd, das mich
fixierte. So kniete sie vor mir, erblüht in aller
Schönheit, gestärkt durch mein Blut. Ich vernahm ihre
liebliche Stimme, hell und weich, sanft und warm, wie ein milder
Sommerwind, doch klar und alles durchdringend, wie das Singen einer
Nachtigall, betörend und einem zum Träumen
verführend. Ich verstand ihre Worte nicht, hörte auch
gar nicht zu, war verzaubert von ihr, von ihrer Stimme, von der
Wärme, die sie ausstrahlte, auch wenn es nicht ihre eigene
war. Ihre Stimme verhallte, völlig bedeutungslose Worte,
gänzlich ohne Belang verschwammen in der kühlen
Dämmerung, die uns umgab. Ihr Gesicht kam dem meinen erneut
entgegen, die weichen Lippen, voller Leben und vor Hitze
glühend berührten aufs Neue die meinen. Sie
küsste mich, drängte meine Lippen auseinander und ich
fühlte das zaghafte Spiel ihrer Zunge. Ein metallischer,
süß-salziger Geschmack breitete sich in meinem Mund
aus, als sie mir den letzten Rest meines eigenen Blutes
einflößte. Ich schauderte, war von Ekel und
Faszination gleichermaßen gefesselt und ließ es
einfach geschehen. Ich hätte ohnehin keine Kraft mehr gehabt
mich zu wehren. Die zarten Liebkosungen raubten mir die Sinne, ihr
spielerisches Verlangen floß auf mich über und ich
fühlte ihren kräftigen Herzschlag, wie er mein Blut
durch ihre Adern trieb. Wäre ich jetzt nicht so
geschwächt gewesen, ich hätte sie ebenfalls in meine
Arme geschlossen, hätte ihre Küsse in
drängender Leidenschaft erwidert, hätte sie geliebt,
mich in Erfüllung meiner Sehnsüchte ganz ihrer
Schönheit hingegeben, wäre es auch noch so unsittlich
und triebhaft gewesen. Sie hatte mich in ihren Bann gezogen, mir
jegliche Vernunft, Hemmung und Angst genommen. Ich war nicht mehr ich
selbst.
Schließlich lösten sich ihre Lippen wieder von
meinen, sie ließ mich los, ich sackte in mich zusammen. Mein
Kopf schwankte unkontrolliert. Sie war geräuschlos und
geschmeidig aufgestanden, ließ mich allein auf der kalten
Erde liegen und schüttelte ihr langes Haar. Es schimmerte in
sanftem Rot und schillerndem Kupfer durch das Dämmerlicht. Ich
blinzelte ein paar Mal und endlich klärte sich mein Blick. Da
stand sie vor mir, eine helle, glänzende Schönheit,
zierlich und doch einen so unvorstellbar starken Zauber ausstrahlend.
Und ich? Ich saß zusammengesunken vor ihr, keuchend, fiebrig,
zitternd, gegen die schleichende Bewusstlosigkeit, den nahenden Tod
kämpfend, von einem so zarten Geschöpf
überwältigt, völlig entkräftet und
blutleer. Es musste ein erbärmliches Bild gewesen sein, dass
dieses wimmernde Etwas, dass ich einst war, bevor ich ihrem Bann erlag
abgeben musste. Die Zeit verrann, sie stand regungslos da, gerade so,
als würde auf meinem Tod warten, mich vielleicht sogar in
meinem Elend trösten mir beim Sterben zusehen. Mir brannte
eine verzweifelte letzte Frage auf den Lippen und ich suchte fieberhaft
nach der nötigen Überwindung sie auch zu stellen.
Irgendwo tropfte Wasser von der Decke; Tropfen auf Tropfen, als
zählte es die Zeit, die mir noch blieb bis zum Tod. In mir
kroch eine lähmende Angst auf. Endlich zwang ich mich doch zu
sprechen, die Erschöpfung unterdrückend.
"Wa-Wa-Warum ... ich ...?"
Sie sah mich an, das Gesicht frei von jedem Ausdruck, die Augen reglos
und in ein geheimnisvolles Funkeln getaucht, starr wie eine Statue,
wunderschön und begehrenswert; Reiz und Unschuld in seiner
reinsten Form vereint. Sie blieb stumm. Mir entrann ein sterbender
Seufzer, ein kraftloses Stöhnen und als sie mich so ansah,
stiegen mir die Tränen des Flehens in die geschwollenen Augen.
Wieder tropfte nur das Wasser, stetig und ruhelos wie ein Uhrwerk;
Sekunde auf Sekunde, jeder Schlag ein Schritt Richtung Tod. Tropfen auf
Tropfen.
Und da lächelte sie, heller und sanfter denn je; neigte den
hübschen Kopf, dass ihr eine Strähne des
schönen, schimmernden Haares ins Gesicht fiel und
ließ die weißen Zähne blitzen, von Blut
keine Spur mehr. Mein Herz krampfte sich schmerzhaft zusammen. Dieses
Lächeln war rein und voller Unschuld, doch es brachte mich zum
Erstarren. Dieses Lächeln war ebenso kühl und von
trostloser Grausamkeit geschwängert, ich spürte es
tief in mir. Meine Wunde schmerzte, pikste unsanft in meinen Hals und
noch immer blutete ich leicht. Mit bebenden Lippen wiederholte ich noch
einmal stammelnd meine Frage.
"Wa-Warum ... Warum ausgerechnet ich?"
Ihr Lächeln erstarb, löste sich auf, wie in der Sonne
schmelzendes Eis. Sie trat ein letztes Mal zu mir, beugte sich herab
und legte mir die Hand auf die nasse, fiebrige Stirn. In ihrem Gesicht
zeigte sich ein Anflug von Wehmut und eine Spur tröstendes
Mitleid.
"Kämpfe nicht um dein Bewusstsein. Lass dich gehen! Gebe
deinen Geist frei von deiner Angst. Schlafe.
Schlafe so fest und lange,
wie du nur kannst, so hast du eine Chance zu überleben.",
hauchte ihre Stimme. Ich sah sie verwirrt an.
Was meinte sie? Meinte sie das ernst?
Ihre Hand strich über mein Gesicht, ein letztes Mal funkelten
mir ihre Smaragd-Augen entgegen, ein letzter Hauch ihrer Wärme
auf meiner Haut, ein letztes Mal roch ich ihren
süßen, lieblichen Duft. Dann wurden meine Sinne
schwer, Lähmung und Taubheit ergriffen Besitz von mir; ich
fühlte meinen Körper erschlaffen. Sie trat
zurück, sah mit einem aufmunternden Ausdruck zu mir herab und
während ich meinem Wahrnehmungsvermögen immer weiter
entschwand, wandte sie sich ab und schritt, fast schwebend davon. All
ihre Schönheit zog fort, verglomm; ihre Wärme
verblasste und ich blieb zurück, allein in meiner Furcht. Ich
zitterte noch immer, kämpfte gegen die Bewusstlosigkeit und
versuchte meinen Blick klar zu halten. Sie war verschwunden und ich lag
überwältigt und völlig erschöpft
auf dem Boden zusammengekauert. Eine Zeit lang konnte ich mich noch bei
Sinnen halten, doch der Blutverlust und das hypnotisierende
Plätschern der Wassertropfen zogen mich immer tiefer in eine
gähnende, schwarze Leere. Alles verschwamm, in meinem Kopf
dröhnte es dumpf und ich spürte kaum noch Arme und
Beine. Schließlich konnte ich nicht mehr, mein
Körper kippte zur Seite, der feuchte Boden kam mir entgegen
und ich verlor das Bewusstsein.
Das Dämmerlicht verschwand, wurde von einem Abgrund der
Dunkelheit eingesogen. Die Kälte brachte alles zum Stillstand
und nur das Wasser war noch da. Tropfen auf Tropfen,
so hallte es durch
die endlose Weite. Tropfen auf Tropfen, bis zum letzten Atemzug ...
Dunkelheit. Stille. Das Wasser. Schlaf ...
© by Dusky DaVica
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