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Dunkelgeist -
Cyber-Vampirismus
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Das Phänomen
Cyber-Vampyrismus
Cyber-Vampyrismus gibt es erst seit es die Weiten des Internets gibt,
wie sich von selbst versteht, es handelt sich also um die
jüngste Gattung von Vampyren und um eine, die zum Teil noch
sehr belächelt, zum Anderen nicht wirklich begriffen wird,
daher möchte ich ein paar grundlegende Dinge dazu
erläutern.
Was ist ein Cyber-Vampyr?
Ein Cyber-Vamp ist ein Vampyr, der sich Energie und Kraft seiner
"Opfer" allein über das Internet - meistens in Form von
Internettelefonie oder sogar häufiger in Form von Chatten -
aneignet.
Auch wenn man es nicht vermuten mag, sollte man nicht den Fehler machen
und Cyber-Vampyre unterschätzen. Anders als beispielsweise
sanguine Vampyre, die aufgrund von Gesetzen dazu gezwungen sind
freiwillige Spender zu besitzen, können Cyber-Vampyre
prinzipiell jeden "anfallen". Oft sogar, ohne dass die angegriffenen es
mitbekommen. Das macht sie durchaus sehr gefährlich,
insbesondere für Leute, die sich nicht gegen Angriffe wehren
können.
Wie funktioniert Cyber-Vampyrismus?
Das Ganze ist eine Mischung aus Telepathie und Autosuggestion.
Zunächst sucht sich der Vampyr ein Opfer, meistens in einem
Chat. In den meisten Fällen eine anonyme, unbekannte Person,
damit sie leichte Beute ist. Kennen sich Opfer und Vampyr
bestünde natürlich immer die Gefahr, dass es schief
geht oder der Vampyr sich hinter her verantworten muss. Es kann aber
durchaus vorkommen, dass ein Opfer mehrmals "aufgesucht" wird.
In öffentlichen Chaträumen finden selten Angriffe
statt, meistens lockt der Vampyr seinen Auserwählten in einen
"Dialog" (privater Chat zwischen zwei Personen), einen privaten
Chatroom, wo er ungestört ist oder in einen Messenger (ICQ,
Skype, MSN usw.). Es gibt hauptsächlich drei verschiedene
Vorgehensweisen des
Angriffs:
- Die "Seelenklempner"-Methode:
Sie
ist die häufigere
Variante. Hierbei unterhält sich der Vampyr ganz normal mit
seinem Opfer und versucht persönlichen Kontakt aufzubauen. Er
stellt viele Fragen zum Privatleben des Gegenübers und gibt
sich als einfühlsamer und vertrauensvoller Zuhörer.
Damit erreicht er sehr geschickt, dass das Opfer persönliche
Geheimnisse und Erinnerungen preis gibt, die starke Emotionen
auslösen. Beispielsweise der Tod eines Familienmitglieds, der
gedanklich und durch das Niederschreiben erneut "durchlebt" wird und
Angst, Trauer, Verzweiflung etc. im Erzähler auslöst
oder die große Liebe, was Glück, Euphorie etc.
bewirkt. Während der Vampyr sich immer mehr das Vertrauen und
den Willen sich mitzuteilen seines Opfers erlangt, nutzt er sein
Einfühlungsvermögen, um sich ganz in die Rolle seines
Opfers zu versetzen, obwohl er selbst distanziert bleibt und die
Erlebnisse seines Opfers nicht an sich heran lässt. Er schafft
eine Verbindung, die mit einer telepathischen Kontaktaufnahme
vergleichbar ist. Diese Verbindung ermöglicht es ihm sich von
den Emotionen und den dabei freigesetzten Energien zu nähren.
Während sein Gesprächspartner schlimme oder
schöne Situationen innerlich durchlebt, gewinnt der Vampyr
seine Kraft. Doch auch autosuggestiv nährt sich der Vampyr,
besonders dadurch, das er sich mächtig und überlegen
gegenüber seinem Opfer fühlt, wenn er mit ihm spielt,
es ausquetscht und so lenkt, wie er es haben will und besonders, wenn
er negative Emotionen hervor ruft und sich dadurch seiner eigenen
positiven Lage umso deutlicher bewusst wird, was eine gewisse
Zufriedenheit und Genugtuung auslöst. Je nachdem, wie
"hungrig" der Vampyr ist oder wie sehr er sein Opfer ins
Verhör nimmt, kann es passieren, dass der Angegriffene
hinterher nervlich sehr angeschlagen ist, erschöpft, paranoid,
müde oder dass er sogar körperliche Beschwerden
empfindet, wie Schwindel, Kopfschmerz, Angstzustände ...
Häufig sind Angriffe aber auch vergleichsweise harmlos oder
der Vampyr nährt sich von mehreren Opfern und muss keines zu
sehr belangen. Er selbst fühlt sich hinterher
gestärkt, mit neuer Energie, zufrieden und befriedigt. Frauen
fallen Cyber-Vampyren daher häufiger zum Opfer als
Männer, aus dem einfachen Grund, dass sie eher über
ihre Erinnerungen und Gefühle sprechen als Männer und
sich mehr und intensiver in die jeweilige Stimmung versetzen
können, die Emotionen, die entstehen also viel
stärker sind.
- Die RPG-/Rollenspiel-Methode:
Sie kommt eher seltener vor, da sie
eine entsprechende Bereitschaft vom Opfer erfordert. Der Vampyr
überredet sein Opfer dabei mit ihm - wie der Name schon sagt -
ein "Rollenspiel" zu schreiben. Und zwar nicht irgendeins, sondern ein
Vampir-Rollenspiel. Hierbei beginnt einer mit der Handlung und schreibt
aus der Sicht und dem Erleben seiner Rolle, der andere steigt daraufhin
mit seiner Rolle in die Geschichte ein, der erste wiederum geht
hinterher auf das Geschriebene ein und führt es fort. Da
Cyber-Vampyre in den meisten Fällen schreiberisch sehr
geschickt sind und entsprechend lebendig und ausgestaltet schreiben,
sind die Opfer oft begeistert mit von der Partie. Der Vampyr spielt
dabei sich selbst, sprich einen Vampir, sein Gegenüber das
Opfer. Wie genau dann das Rollenspiel abläuft und worum es
genau handelt, variiert und kann und wird oft individuell für
das Opfer ausgelegt. Meistens jedoch spielt der Vampyr im Rollenspiel
die allgemein bekannte fiktive Form des Vampirs. Also eine lichtscheue
Kreatur, die sein Opfer nachts anfällt und ihm in den Hals
beißt, um sein Blut zu trinken. Je nachdem, wie geschickt der
Vampyr formuliert, wie willig das Opfer ist richtig an dem Spiel
teilzunehmen und das RPG abläuft, kann sich das Opfer sehr
stark in die Geschichte hinein denken, entsprechend stark sind wieder
die Emotionen und die Faszination, die es befällt. Was dann
passiert, ist nicht anders als bei der Seelenklempner-Methode. Auch
hier schafft der Vampyr eine Verbindung zu seinem
Gesprächspartner und nutzt sie, um sich an den Emotionen
seines Opfers gütlich zu tun und Kraft daraus zu
schöpfen. Anders als bei der erst genannten Methode, wo der
Vampyr meist eher distanziert zu seinem Opfer ist und die Erlebnisse
des Gegenübers nicht an sich heran lässt, kommt es
bei der Rollenspiel-Methode häufig vor, dass auch der Vampyr
selbst sich umso mehr in das Geschehen hinein versetzt und auch eine
gewisse Erregung und Befriedigung erfährt. Der Kraft- und
Energiegewinn hat bei dieser Methode auch viel stärker mit
autosuggestivem Effekt zu tun, als bei der Seelenklempner-Methode.
Häufig kommen auch sexuelle Elemente im Rollenspiel vor und
haben auch dahin gehend einen besonderen Reiz für den Vampyr.
Im Allgemeinen ist die Form des Cyber-Vampyrismus harmloser, Vampyr und
Opfer kennen sich oft auch schon etwas länger und meist hat
auch das Opfer etwas davon. Auch wenn es sich hinterher vielleicht
tatsächlich "ausgesaugt" fühlt. So kommt es durchaus
häufig vor, dass es nicht bei einem einzigen Rollenspiel
bleibt, sondern fast so etwas wie feste "Spender" entstehen, auch wenn
die meisten natürlich nichts vom Cyber-Vampyrismus ihres
Gegenübers wissen. Der Vampyr profitiert aber von solchen
festen Spendern ebenfalls. Er kann sich dann mehr und besser auf sie
einstellen und so dem Rollenspiel mehr Qualität abgewinnen.
- Die Cyber-Mobbing-Methode:
Eine äußerst
unschöne Art des Cyber-Vampyrismus. Hierbei kommt es nicht
selten vor, dass Cyber-Vampyre zusammen arbeiten. Ein Opfer wird
ausgewählt und dann in die Mangel genommen. Durch
Beleidigungen und Behauptungen, die aufgestellt werden und womit das
Opfer konfrontiert wird, wird es zu bestimmten Emotionen, meistens
Angst, Verzweiflung, Wut und Trauer gezwungen, an denen sich die
Vampyre dann gütlich tun können. Auch autosuggestiv
ist diese Methode sehr wirkungsvoll. Das Machtgefühl, die
Gewissheit mit dem Opfer spielen und es herum schubsen zu
können, löst große Schadenfreude und
Befriedigung aus. Anders als Cyber-Mobbing von "normalen" Leuten,
findet beim Cyber-Vampyrismus allerdings nur das Mobbing in Anwesenheit
des Opfers statt, andernfalls wäre es schwer durch die
Emotionen des Betroffenen Kraft zu gewinnen, während andere
Arten von Cyber-Mobbing auch stattfinden, ohne dass das Opfer alles
mitbekommt, etwa durch die Verbreitung rufschädigender Videos,
Bilder oder persönlicher Daten des Opfers. So oder so, jeder
sollte sich im Klaren sein, dass Cyber-Mobbing ein Verbrechen ist,
daher werde ich diese Form des Cyber-Vampyrismus an dieser Stelle auch
nicht weiter erläutern.
Wie kann man sich gegen einen Cyber-Vampyr wehren?
Schwer ist es eigentlich nicht, denn im Notfall trennt man einfach die
Internetverbindung. Schwierig ist es aber dahin gehend, dass man
erkennen muss, dass man einen Cyber-Vampyr vor sich hat. Am einfachsten
schützt man sich, in dem man mit Fremden nicht über
persönliche Erlebnisse und Erinnerungen spricht, erst recht
nicht, wenn man ausgefragt wird, ohne, dass der andere viel
über sich preis zu geben bereit ist oder Ausreden bringt. Und
erst recht, wenn man das Gefühl hat eher bei einem Psychiater
auf dem Sofa zu sitzen, als mit jemandem zu chatten, sollte man
vorsichtig sein. Die RPG-Methode dagegen lässt sich ja leicht
entdecken und man kann sich entsprechend dagegen weigern.
Glücklicherweise ist aber Cyber-Vampyrismus vergleichsweise
harmlos, also selbst wenn man von einem Cyber-Vampyr attackiert wurde,
ist das kein Beinbruch. Spätestens eine Mütze Schlaf
ist ausreichend bei einem psychisch stabilen, gesunden Menschen, um
wieder zu Kräften zu kommen. Gefährlich wird es nur
für psychisch labile Menschen, z. B. wenn psychische Traumata
wieder hervor geholt werden und dann Probleme verursachen oder wenn
eine psychische Abhängigkeit des Opfers zum Vampyr entsteht.
In dem Fall sollte das Internet für längere Zeit
gemieden und psychologische Hilfe aufgesucht werden.
Anders sieht es jedoch bei der Cyber-Mobbing-Methode aus. Zieht es sich
über einen längeren Zeitraum hin, kann es schwere
Schäden anrichten, gerade bei labileren Menschen oder
Kindern/Jugendlichen. Es sind zahllose Fälle von Cyber-Mobbing
bekannt, die in Selbstmord des Betroffenen endeten, ungeachtet, ob es
sich dabei um Cyber-Vampyrismus handelte oder nicht. Außerdem
ist das Internet ebenso kein gesetzesfreier Raum und Rufmord,
persönliche Angriffe und Mobbing sind auch hier strafbar!
In
vielen Chats gibt es mittlerweile eine "Melden"-Funktion, mit der
Cyber-Mobbing den Chatadministratoren gemeldet werden und dann
entsprechend verfolgt und angezeigt werden kann. Fallt ihr
Cyber-Mobbing zum Opfer, wehrt euch unbedingt!
Übrigens ist es gar nicht so selten, dass Cyber-Vampyrismus
nicht die einzige praktizierte Form von Vampyrismus ist. Viele Vampyre
nutzen
Cyber-Vampyrismus als Alternative oder als Ergänzung, nur
wenige praktizieren ausschließlich Cyber-Vampyrismus. Einfach
auch aus dem Grund, weil er unterm Strich eher wenig Energiegewinn
bringt, bzw. ebenfalls mit viel Aufwand verbunden ist, wie auch das
Blut trinken.
Und nicht zuletzt verlangt es längere Zeit am PC zu sitzen und
entsprechend viel Zeit mit zu bringen. Daher kommt Cyber-Vampyrismus
auch eher bei nicht berufstätigen oder bei Jugendlichen vor,
die ohnehin viel mit dem Internet in Berührung kommen.
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Mit freundlichen Grüssen,
Dusky DaVica |